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Impuls- und Begegnungstag 29.10.2016

Rückblick auf den Impuls- und Begegnungstag

 für Eltern eines Kindes mit Behinderung vom 29. Oktober 2016

Das angekündigte Thema „Mit systemischem Blick auf unsere besonderen Familien“ schien viele Eltern sehr zu interessieren. Das diesjährige Treffen lockte 22 Personen nach St. Gallen. Dorothee Buschor (Behindertenseelsorgerin) war für die Organisation verantwortlich und ihre einleitenden Worte vermochten uns bereits unser eigenes Erleben reflektieren. Die Sanduhr, mit seinem oberen Teil, dem schmalen Mittelteil und dem unteren Teil stellt eindrücklich die Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit dar. Die Zeit unseres Lebens zerfliesst unaufhaltsam, wie bei einer Sanduhr. Wir haben dabei permanente Entscheidungen zu treffen. Wir werden ermutigt, zu sehen, dass uns das Leben immer wieder wertvolle Momente bringt. Und all das was wir genutzt haben, ist als „Schatz“(Erfahrung)  vorhanden und nicht verloren.

Sandra Disteli Keiser, Psychologin mit eigener Praxis in Basel und Mutter eines Jungen mit Behinderung führte anschliessend als Referentin durch diesen Tag. Alle Teilnehmer hatten den Auftrag ein Familienfoto mitzubringen. Bereits eine erste Übung brachte erstaunliches zu Tage. Jemand von aussen sieht bei genauerem Betrachten auf unserem Familienbild andere Dinge als wir selber. Nachdem sich unter den Anwesenden spontan jemand zur Verfügung stellte, wurde auf achtsame Art und Weise eine Familiensituation angeschaut. So konnten wir vor Ort miterleben, wie eine Familienaufstellung konkret „funktioniert“. Diese therapeutische Methode deckt unbewusste Dynamiken in Familiensystemen auf. Die Teilnehmenden schalten den Intellekt aus und lassen dafür die Gefühlsebene auf sich wirken.

Ob als Mitwirkende der Aufstellung oder als Beobachter draussen, konnten wir teilweise ein Wechselbad der Gefühle miterleben – vom Lachen zum Weinen. Sowieso waren diese praktischen Beispiele mit sehr vielen unterschiedlichen Gefühlen verbunden. Weil Väter und Mütter vertreten waren, konnte die männliche und weibliche Ansicht gehört werden.  Alles in allem war dieses Referat sehr speziell, interessant, spannend und anregend. Der Tag  verging fast zu schnell. Viele waren berührt und auch dankbar mit dem Blick auf ihr eigenes, gut funktionierendes Familiensystem. Anderen hat dieser Tag mit dieser Therapiemethode vielleicht neue Impulse gegeben, bei einer Situation zu Hause etwas genauer hinzuschauen. Uns wurde auch sehr bewusst gemacht, welche schwierige Stellung Geschwister eines besonderen Kindes innerhalb einer Familie einnehmen. Und dass es sich lohnen würde, die Geschwistersituation einmal ganz speziell anzuschauen. Dazu wurden wir ermutigt.

Ein wichtiger Teil des Impuls- und Begegnungstages ist jeweils auch der Austausch, das Gespräch untereinander und das gemeinsame Mittagessen, wofür uns die Organisatorin wieder genügend Zeit einplante. Wir wurden kulinarisch so richtig verwöhnt und alle Teilnehmenden haben das Essen genossen.

Auch im nächsten Jahr möchte Dorothee Buschor wieder einen Impuls- und Begegnungstag organisieren. Das Thema ist noch offen. Frau Buschor ist immer froh um Anregungen von Euch als Eltern.

Ideen sind jederzeit willkommen unter: behindertenseelsorge@bistum-stgallen.ch